19.10.2021 - 16:56 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

2G beim Frankenfasching: Ein Problem für Aiwanger und Neugirg?

Die "Fastnacht in Franken" wird 2022 nur mit Genesenen und Geimpften im Publikum gefeiert. Das dürfte Minister Hubert Aiwanger nicht gefallen. Und auch bei Feierwehr-Kommandant Norbert Neugirg könnte die Entscheidung Fragen aufwerfen.

Hubert Aiwanger und Norbert Neugirg in Veitshöchheim.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

"Fastnacht in Franken" ohne Hubert Aiwanger? Bayerns Wirtschaftsminister muss die Kultveranstaltung am 18. Februar 2022 wohl vom Fernsehgerät aus verfolgen. Der Grund: Aiwanger ist das einzige Mitglied im Bayerischen Kabinett, das sich bisher nicht hat gegen Corona impfen lassen. Und bei der Veranstaltung in Frankens Faschingshauptstadt Veitshöchheim wird es diesmal nur Einlass für Geimpfte und von der Krankheit Genesene geben. Dies bestätigte Marco Anderlik, Präsident des ausrichtenden Fastnachtsverband Franken auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Zuvor hatte die Würzburger Mainpost darüber berichtet.

"Unsere ‚Fastnacht in Franken‘ lebt von der Nähe, man kann nicht mit Abstand schunkeln", begründete Anderlik die Entscheidung des Präsidiums, die vom sendenden Bayerischen Rundfunk voll mitgetragen werde. Die Einschränkung des Einlasses ermögliche es, den Saal komplett zu füllen. Knapp 600 Menschen werden am 18. Februar live dabei sein. "Es war bei der vergangenen Veranstaltung eine riesige Herausforderung für die Künstler, vor leerem Raum die volle Leistung zu bringen", erklärte Anderlik. Er habe bisher nur positive Reaktionen auf die nun getroffene Entscheidung erhalten. Zudem sagte Anderlik, dass inzwischen gut 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland geimpft seien. Für diese große Mehrheit bedeute die Regelung also gar keine Einschränkung mehr.

Keine Einschränkung wird es wohl auch für die Künstler geben. Die 2G-Regel gilt ausdrücklich nur für Besucher im Saal. Noch sei nicht abschließend geklärt, wie mit den Bühnenstars verfahren wird. "Aber wir werden sicher eine Lösung finden, damit alle auftreten können." Ob dies für den Oberpfälzer Franken-Faschingsstar Norbert Neugirg dennoch ein Problem sein könnte, ist unklar. Über seine Social-Media-Kanäle hatte sich der Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell'n zuletzt mehrfach kritisch über die Corona-Schutzmaßnahmen geäußert. Unter anderem hatte er den Beitrag eines Weidener Wirtes geteilt, in dem dieser erklärte, sein Wirtshaus nicht mehr aufsperren zu wollen, wenn er nur noch Genesene und Getestete einlassen darf. Auch der Liedermacher Hans Söllner hatte zuletzt einen Auftritt in Weiden abgesagt, weil im Publikum nur Gensene, Geimpfte oder PCR-Getestete (3G+-Modell) erlaubt gewesen wären. Ob auch Neugirg seinen Auftritt in Veitshöchheim infrage stellt, bleibt unklar. Eine entsprechende Anfrage ließ er unbeantwortet.

Fastnachts-Präsident Anderlik glaubt aber nicht, dass es Absagen geben wird. "Die Künstler brennen auf einen Auftritt vor Publikum." Bisher seien die Rückmeldungen auch von den Bühnenstars nur positiv gewesen. Mit welchen Künstlern er über die 2G-Regel schon gesprochen hat, wollte Anderlik allerdings nicht mitteilen. So bleibt Hubert Aiwanger wohl das einzige bekannte Opfer der Einlassbeschränkungen. Wobei auch das nicht sein muss, findet Anderlik. Schließlich bleiben noch vier Monate bis zum Termin. "Vielleicht ist die ‚Fastnacht‘ in Franken ja genau der Anlass, den er braucht, um sich doch impfen zu lassen."

Frankenfasching ohne Publikum: So war es 2021

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Info:

Erfolgsgeschichte "Fastnacht in Franken"

  • Die Prunksitzung gibt es seit 1987
  • Nur 1991 musste die Sitzung wegen des Golfkriegs ausfallen
  • Von Anfang an überträgt der Bayerische Rundfunk
  • Für den BR ist die Übertragung seit 1991 jeweils die erfolgreichste im Jahr
  • Die meisten Zuschauer gab es 2017: Im Schnitt sahen 4,47 Millionen Menschen die Sendung (Marktanteil von 14,8 Prozent in Deutschland und 52,6 Prozent in Bayern)

 

 

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