12.04.2021 - 12:56 Uhr
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Buchsbaumzünsler jetzt bekämpfen

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Die erste Raupen-Generation labt sich bereits Mitte April am Buchsbaum. Wer seine Bäumchen retten will, muss jetzt handeln. Erster Schritt: die grün-schwarzen Raupen entfernen. Das geht zum Beispiel mit einem Hochdruckreiniger.

Die Schäden vom vergangenen Jahr: Fraßstellen und alte Gespinste deuten darauf hin, dass hier Raupen des Buchsbaumzünslers überwintert haben.
von Elisa RomfeldProfil

Jeder, der bereits Schlösser oder Herrenhäuser in Europa besucht hat, kennt die prächtigen barocken Außenanlagen mit akkurat geschnittenen Buchsbaumhecken. Sie sind seit langem Kulturgüter der Menschheit. Auch im heimischen Garten erfreut sich der immergrüne Strauch (buxus sempervirens), der als Hecke oder Solitär arrangiert werden kann, großer Beliebtheit. Doch nun ist er erneut in Gefahr: Seit etwa drei Jahren hat sich im Landkreis Amberg-Sulzbach der Buchsbaumzünsler verbreitet, der immensen Schaden verursachen kann.

Die erste Generation bekämpfen

Wer den Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) erfolgreich bekämpfen will, muss seinen Lebenszyklus kennen. Das Besondere an dem kleinen weiß-schwarzen Falter ist, dass er in vier Millimeter großen Raupen am Strauch überwintert. Diese brechen nun Mitte April ihre weißen Gespinste auf und beginnen erstmals zu fressen. Die grün-schwarzen Raupen mit schwarzem Kopf sind oftmals tief im Strauch versteckt und sollten bei Sichtung sofort abgesammelt und vernichtet werden. Mit einem Hochdruckreiniger kann zudem nachgeholfen werden, doch vorher empfiehlt es sich, eine Plane unter den Strauch zu legen, damit die Raupen nicht nur weggeschwemmt werden.

Da es vor allem bei größeren Anpflanzungen nicht möglich sein wird, aller Raupen habhaft zu werden, sollte im Gartenfachmarkt ein Mittel mit dem Bioinsektizid Bacillus thuringiensis erworben werden, das üblicherweise verdünnt mit einem einfachen Pumpsprüher auf die Pflanzen verteilt wird. Dieses Bakterium verschont Haustiere und andere Nützlinge, so die Hersteller, und sollte erst ab 15 Grad Celsius und bei trockener Witterung aufgebracht werden. Die zweite Generation verhindern

Wer im April bereits handelt, hat die Chance, die zweite Generation, die nach ihrem Kokon-Stadium im Sommer als Falter erneut anfliegen kann, in den Griff zu bekommen. Mitte Mai kann mit Hilfe einer Pheromonfalle, die das Faltermännchen anlockt, der optimale Zeitpunkt für die Bekämpfung der zweiten Raupen-Generation bestimmt werden. Oder man untersucht in dieser Zeit seine Sträucher wöchentlich, um das Schlüpfen dieser Raupen-Generation nicht zu verpassen. Sichtbares Schadbild

Wer jetzt nicht handelt, hat möglicherweise im Sommer keine gesunden Bäumchen mehr, denn der Sterbeprozess kommt mit den beiden Generationen in zwei Wellen: Es kann sein, dass oberflächlich betrachtet der Buchs zunächst einmal keine großen Schäden aufweist. Doch vor allem im unteren Bereich und im Inneren der Pflanze kann das Bild bereits ein anderes sein: Gespinste mit hellgrünen oder bereits braunen Kotkügelchen werden erkennbar.

Später folgen braune Blätter und versponnene Äste, in denen die ausgewachsenen, bis zu fünf Zentimeter langen Raupen sich einspinnen. Am Ende ihres Entwicklungsstadiums schlüpft aus dem Kokon der ostasiatische Kleinschmetterling, der 2007 erstmals in Deutschland gesichtet wurde und der sich eben nun rasant in Europa ausbreitet.

Die Falter des Buchsbaumzünslers fliegen dann auch oftmals direkt aus dem Strauch, wenn sie aufgestöbert werden. Wird der Zünsler nicht bekämpft, stirbt die Pflanze meist vollständig ab, da die Raupen Blätter und Rinde abfressen und so die Nahrungszufuhr des Baumes unterbrechen.

Alternative Methoden

Unter Hobbygärtnern und Experten findet bereits ein reger Austausch in Fachzeitschriften und im Internet statt. Die Menge an Informationen ist groß. Einige Gärtner berichten von Erfolgen mit pulvrigem Algenkalk in Kombination mit radikalem Rückschnitt, vorzugsweise bei kleinen Bäumchen.

Auch das Abdecken des Bäumchens mit einer Folie soll an heißen Sommer-Tagen die Raupen vernichten. Engmaschige Netze, die angebracht werden, bevor die Falter mit der Eiablage beginnen, Schmierseife und Rezepte für Essig-Mischungen werden im Internet ebenso benannt und diskutiert.

Der Buchsbaumzünsler konnte sich auch deshalb so rasant vermehren, da er aufgrund seiner Nahrung, der giftigen Buchsbaumblätter (Alkaloide), scheinbar keine natürlichen Feinde zu haben schien. Doch vermehrt wurden mittlerweile Spatzen, Meisen und Finken beobachtet, die sich an den Geschmack der Raupen gewöhnt haben und diese nun doch verzehren.

Wer auf seine Buchsbäume verzichten kann, dem seien andere immergrüne Arten als Alternative zu empfehlen: Berberitze, Heckenmyrte, Lorbeer, Eibe oder Stechpalme haben eine ähnliche Optik und können ebenfalls in Form geschnitten werden.

Ausbreitung verhindern

Abgeschnittene Äste und die abgesammelten Raupen sollten unbedingt im Restmüll entsorgt werden und nicht im Grüncontainer oder im hauseigenen Kompostbehälter.

Da wir wohl noch längere Zeit mit diesem Schädling leben müssen, wäre es wünschenswert, wenn an Friedhöfen und an den Wertstoffhöfen spezielle Abfallbehälter aufgestellt werden könnten, damit die fachgerechte Entsorgung gewährleistet und eine weitere Ausbreitung verhindert werden kann.

Zur Autorin: Elisa Romfeld ist Gymnasiallehrerin und hat zudem eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau. Ihre Erfahrung bringt sie in ihren Garten in Sulzbach-Rosenberg ein.

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