26.11.2020 - 14:14 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOTon

Elisenlebkuchen: Die Königin unter den Lebkuchen

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Aromatisch und würzig, weich und saftig: Elisenlebkuchen gehören zu den besonders feinen Weihnachtsklassikern. Das OTon-Team stellt ein einfaches Rezept für die beliebte Nascherei zum selber Backen vor.

Verkostung mit Abstand: Elisabeth (links) und Lena wagten sich an ein besonders klassisches Weihnachtsgebäck – die Elisenlebkuchen.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Von Elisabeth Saller und Lena Schulze

Der Elisenlebkuchen ist die Königin unter den Lebkuchen. Dafür hat jeder Bäcker oder Konditor sein spezielles Rezept. Mal sind es andere Nüsse oder Gewürze, mal mit Mehl oder ohne, mal wird zum Schluss für die Fluffigkeit Eischnee untergehoben. Wir - Elisabeth und Lena vom OTon-Team - verwenden ein altes, bewährtes Rezept von Lenas Oma, das einfach ist und leicht gelingt.

Tipps holen wir uns von der Konditorei Kohr aus Erbendorf (Kreis Tirschenreuth). Chefin Barbara Kohr führt seit 2013 die Familientradition fort und ist Konditormeisterin in fünfter Generation. Sie empfiehlt uns, nur die besten Zutaten zu verwenden und auf Qualität zu achten. "Es gibt ja ganz unterschiedliche Rezepte", sagt die Konditormeisterin. Bei den Gewürzen und Art der Nüsse dürfen wir gerne experimentierfreudig sein. "Erlaubt ist, was schmeckt."

Das Video vom Elisenlebkuchen-Backen

Besondere Note durch Gewürze

Wir wollen uns aber zunächst an das bewährte Rezept halten. Für den "Elisen"-Teig rühren wir zunächst Eier, Margarine und Zucker schaumig. Lenas Oma hat noch einen Tipp parat: Zitronat, Orangeat und Rosinen nicht einfach so in den Teig mischen, sondern mit Milch zu einem feinen Brei pürieren. Zusammen mit Mehl und Nüssen vermengen wir die Ei-Zucker-Masse und den Brei zu einem Teig. Doch erst die Gewürze wie Zimt und gemahlene Nelken verleihen dem Lebkuchen seine charakteristische Note. Die Teigmasse sollte klebrig, aber nicht zu fest oder flüssig sein, rät Expertin Kohr.

Glocke und Spritzbeutel

Wir experimentieren damit, wie wir die Masse auf die Oblaten bringen und probieren zwei Techniken aus. Lena arbeitet mit dem Spritzbeutel und steckt eine Tülle mit großer Öffnung auf. So kann sie runde Teigwürste auf die Oblaten spritzen. Zum Aufspritzen mit dem Spritzbeutel muss der Teig weich, aber nicht zu flüssig sein, weiß Barbara Kohr. In der Konditorei in Erbendorf verwendet ihr Team spezielles Aufstreichwerkzeug. Kohr empfiehlt uns für den Anfang deswegen eine sogenannte Lebkuchenglocke: "Die sind leicht in der Handhabe."

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Oberpfalz

Elisabeth versucht diese Variante. Sie streicht den Teig in eine Holzform, legt die Oblate darauf, stürzt die Glocke und dreht daran, bis der Lebkuchen in die Hand fällt. Das Backwerk aus der Glocke wird zwar gleichmäßiger, das Prozedere dauert aber auch um einiges länger. Unser Fazit: Wer wenig Zeit hat, sollte zum Spritzbeutel greifen.

Zu ungeduldig fürs Antrocknen

Die Konditormeisterin gibt uns einen weiteren Tipp: Bevor wir die Lebkuchen in den Ofen schieben, sollen wir sie erst etwas auf der Oblate antrocknen lassen. "Wie lange hängt von der Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Die Oberfläche sollte eine dünne Haut bekommen haben." So reißen die Lebkuchen beim Backen nicht auf und zerfließen auch nicht, weiß Kohr.

Beim Backen stellen wir fest, dass wir anscheinend zu ungeduldig waren. Der Teig zerläuft etwas und die Lebkuchen kleben ein bisschen aneinander. Bei der nächsten Fuhre lassen wir lieber etwas mehr Platz zwischen den Teilchen. Wir schlichten nur zwölf Lebkuchen, die jeweils rund sieben Zentimeter Durchmesser haben, auf ein Blech.

Am liebsten nicht zu süß

Weiter geht's mit dem nächsten Schritt - der Verzierung. Verwendet man eine klassische Puderzuckerglasur, sieht es besonders schön aus, vor dem Backen Mandeln auf die Lebkuchen zu setzen. Am liebsten isst Barbara Kohr ihre "Elisen" aber mit dunkler Schokoladenglasur, weil diese nicht so süß sind. Auch wir verwenden Puderzucker-Glasur und Zartbitter-Schokolade, ein paar lassen wir ohne Verzierung. Testesser sind die Kollegen in der Redaktion. Deren Fazit: "Die sind lecker."

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Service:

Rezept

Zutaten

  • 4 Eier
  • 250 Gramm Zucker
  • 150 Gramm Margarine
  • 200 Gramm Zitronat
  • 200 Gramm Orangeat
  • 200 Gramm Sultaninen
  • 250 Milliliter Milch
  • 4 Tropfen Bittermandel-Aroma
  • 500 Gramm Mehl
  • 2 Päckchen Backpulver
  • 300 Gramm Nüsse
  • 1 Messerspitze gemahlene Nelken
  • 2 Teelöffel Kakao
  • 2 Teelöffel Zimt
  • Oblaten (70 Millimeter Durchmesser)
  • Nach Belieben Puderzucker, Schokolade oder Mandelblättchen für die Glasur.

Die Masse ergibt etwa 30 große Lebkuchen.

Hintergrund:

Heilsamer Lebkuchen

Der Name des Backwerks geht einer Legende nach auf die Tochter eines Nürnberger Lebküchner zurück, die schwer erkrankt war. Um seine Tochter namens Elisabeth zu heilen, erfand ihr Vater einen Lebkuchen mit orientalischen Gewürzen, denen besondere Heilkräfte nachgesagt wurden. Seine Tochter wurde wieder gesund und der Lebkuchen nach ihr benannt.

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