09.08.2020 - 13:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Urlaubsfeeling im Weidener Schätzlerbad und Stadtbad

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Wer braucht schon gechlortes Wasser. Bei 30 Grad im Schatten bietet der Weiher im Schätzlerbad eine willkommene Erfrischung - und begeistert neue wie alte Fans. 1100 Badegäste tummeln sich. Auch im Stadtbad ist am Wochenende einiges los.

Im Schätzlerbad sind heuer deutlich weniger Badegäste als in normalen Jahren.
von Helmut KunzProfil

„Der Weiher ist wunderbar. Recht viel schöner könnte er gar nicht sein“, schwärmt am Samstag ein Gast auf der Liegewiese im Schätzlerbad. Das Thermometer leckt gerade an der 35-Grad-Marke. „Ich fühl mich wie im Urlaub“, sagt die Dame, die seit über 40 Jahren Mitglied im Schwimmverein ist. Ebenso lange ist sie die Pächterin einer Kabine. Dass die Schwimmbecken geschlossen sind, findet sie zwar schade. Vor allem, weil sie nächste Woche vom Enkel besucht wird, der gern im Chlorwasser herumtobt. Und weil sie nicht wisse, ob es ihm auch am Badeweiher gefalle.

Weiher hat seine Fans

„Aber für uns ist das hier Urlaub pur.“ Ihr angestammter Liegeplatz sei normalerweise weiter oben neben dem Wellenbecken. „Jetzt genießen wir halt die Nähe zum See. Ab August haben wir auch bisher schon immer nur im Weiher gebadet." Die Schließung der Becken ist am Samstagnachmittag überhaupt kein großes Thema auf der Wiese. Ihre Liegen-Nachbarin ist schon lange ein begeisterter Weiher-Fan. In den Chlorbecken war sie nie.

Dass die Nachbarin ihre Mitgliedschaft jetzt gekündigt habe, liege auf keinen Fall an der geplanten Renovierung der Sportbecken. Das hat einen anderen Grund: „Ich bin schwerbehindert, auf die Mitfahrt anderer angewiesen und komme deshalb nicht mehr so oft hierher. Meine Kabine habe ich aber behalten.“

Kinder planschen im Wasser. Es spritzt, es platscht. Es gibt Eis und Pommes. Ein Teil der Erwachsenen grillt sich auf Decken und Luftmatratzen in der prallen Sonne. Ein anderer sucht lieber den Schatten unter mächtigen Bäumen. Es ist heiß. Gute Laune überall. Abkühlung gibt es im 25 Grad warmen Weiher. Und um die Einhaltung der Hygienevorschriften kümmert sich an den Wochenende ein hilfsbereites Security-Team im Eingangsbereich.

Knapp 1100 Besucher gezählt

Dafür, dass das Gesamtangebot abgespeckt wurde und nur der Badeweiher geöffnet ist, sei die Resonanz relativ gut, unterstreicht Schwimmvereins-Chefin Ilona Forster gegenüber Oberpfalz-Medien. Jetzt in der Ferienzeit strömten die Leute schon um 10 Uhr morgens aufs Gelände. Während der Woche sei das anders. „Normalerweise haben wir an einem heißen Samstag wie diesem 10 000 Besucher. Heute sind es nur knapp 1100." Immerhin: Ferienbedingt deutlich mehr, als in den vergangenen Wochen.

Die Gäste lernten den Weiher im Schätzlerbad schätzen. Das sei positiv, sagt Forster. „Viele, die sonst immer hinten liegen, finden den Weiher jetzt ganz toll. Die Schließung der Sportbecken hat eben auch etwas Gutes." Gerade für die Kinder finde sie den Badeweiher, allein schon wegen seines abgeschrägten Zugangs geradezu perfekt. „Sie können spielen, man hat sie im Auge. Die Eltern können entspannt davor liegen.“ Ein Familienerlebnis.

Viele Familien im Stadtbad

Auch das Stadtbad verzeichnet in diesen heißen Tagen und seit Ferienbeginn einen Besucheranstieg. „Mit eventuellen Abwanderern aus dem Schätzlerbad hat das aber nichts zu tun", erklärt Bademeister Andreas Baierl. Obwohl man schon spüre, dass andere Bäder geschlossen sind. „Die heißen Tage sind schuld.“ Aber kein Vergleich mit den Vorjahren. Baierl beobachtet, dass in letzter Zeit verstärkt wieder Familien kämen, auch Großfamilien, die den ganzen Tag über auf dem weitläufigen Gelände verblieben und die das Naturbad auch zum Baden nutzten. "Man kennt sich, man grillt zusammen." Das Stadtbad ist mit der Waldnaab als Fließgewässer deutlich kälter als das Schätzlerbad. 21 Grad misst Baierl. 24 Stunden am Tag sei die Anlage geöffnet. „Aber abends sollten die Leute schon gehen.“ Und: FKK sei nicht erlaubt.

Coronaregeln? „Das kontrolliert die Polizei, die regelmäßig vorbeikommt“, sagt Kiosk-Betreiber Ralf Möhrle. Er bedauert sehr, dass das Kinderplanschbecken coronabedingt geschlossen ist. „Hier plantschen normalerweise bis zu 80 Kinder." Die blieben jetzt natürlich zu Hause. Und deren Eltern auch. Das merke er auch beim Umsatz. „Normalerweise werde an heißen Tagen drei Mal pro Woche Eis nachgeliefert." Und jetzt? Möhrle muss nicht lange nachrechnen: "Das war vor 14 Tagen".

Schwimmbecken nicht nutzbar

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