26.11.2020 - 17:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Hochmotiviert, nicht grottenschlecht": Meyer verteidigt Rathausmitarbeiter

In der Stadtratssitzung ließ Weidens Oberbürgermeister die harsche Kritik an seinen Mitarbeitern unkommentiert. Zwei Tage später schlägt er nun doch zurück – in den Sozialen Medien.

Hier arbeiten Mitarbeiter mit "hoher Motivation" und "außerordentlicher Leistungsbereitschaft". Das betont OB Jens Meyer als Reaktion auf die harsche Kritik am Service im Rathaus.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Oberbürgermeister Jens Meyer nimmt seine Mitarbeiter in Schutz – spät, aber doch. In einem Beitrag auf Facebook schrieb er am Mittwoch: "Tagtäglich leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus einen großartigen und wertvollen Dienst für unsere Bürgerinnen und Bürger, wofür ich ihnen an dieser Stelle ausdrücklich danke. Sie alle haben eine äußerst hohe Motivation und zeigen eine außerordentliche Leistungsbereitschaft, nicht nur jetzt in dieser schwierigen Zeit."

Wie berichtet, hatte der Service im Rathaus bei einer Kundenbefragung eine Zufriedenheit von nur 60 Prozent erzielt. Das wurde in der Stadtratssitzung am Montag bekannt gegeben. Meyer reagierte dabei noch nicht auf die harsche Kritik von Theo Klotz (Bürgerliste), der das Ergebnis als "grottenschlecht" geißelte. Zwei Tage später holt der Rathauschef das nun in den Sozialen Medien nach: "Ich distanziere mich ganz klar von der Aussage von Dr. Klotz (...). Dass diese völlig unqualifizierte Bemerkung auch noch als Schlagzeile in der Zeitung erscheint, macht nicht nur mich fassungslos!" Der Artikel war offenbar Auslöser der verzögerten Gegenrede.

Die Ergebnisse der Kundenbefragung

Weiden in der Oberpfalz

Der Oberbürgermeister merkt an, dass sich an der Kundenbefragung "nicht einmal 1 % der Weidener Bevölkerung beteiligt" hätten (in absoluten Zahlen: 347). "Das Ergebnis ist daher nicht aussagekräftig. Ich will zufriedene ,Kunden‘, deshalb nehme ich die Studie zwar ernst, werde aber auch das Zustandekommen der Studie und deren Qualität kritisch hinterfragen." Viele Weidener seien zufrieden mit dem Service, das wisse er aus Gesprächen. "Und ich bin stolz darauf, so motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben!"

Überschrieben ist der Beitrag mit "Hochmotiviert, nicht grottenschlecht". In den Kommentaren melden sich nun auch Stadträte zu Wort, die in der Sitzung geschwiegen hatten. "Bei einer solchen willkürlichen Umfrage, bei der noch dazu nur wenige Bürger*Innen befragt werden, steigt die Tendenz, dass sich diejenigen, die gerne motzen bzw. die eine schlechte Erfahrung gemacht haben, überproportional beteiligen", erklärt beispielsweise Laura Weber (Grün.Bunt.Weiden). "Ich persönlich habe zu 99 % gute Erfahrungen gemacht."

In den Kommentaren auf Facebook/Onetz teilen zahlreiche Nutzer ähnliche Eindrücke mit, schwärmen unter anderem von "freundlicher und kompetenter Beratung". Vereinzelt wird Kritik laut: "Total unfreundlich, keiner weiß was der andere tut, keine Teamarbeit..." Mit Blick auf den aktuellen Stadtratsbeschluss, die Kundenbefragung in drei Jahren vorzunehmen, schreibt ein Facebooker: "Bevor man 2023 wieder so eine ,repräsentative‘ Umfrage startet, sollte man zuerst überlegen, ob man das Geld nicht anderweitig einsetzen könnte." Sein Vorschlag wäre ein Spielplatz.

Drohungen gegen Neustadt Bürgermeister Dippold

Weiden in der Oberpfalz

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.