18.10.2021 - 14:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Garteln und Ernten im Stadtgarten Weiden für jeden erlaubt

In Weidens Stadtgärten gibt es eine Vielzahl von Obst, Gemüse und Kräutern. Jeder Weidener kann sich bedienen. Was viele wohl nicht wissen: Es darf gerne mit gegartelt werden. Stadtgärtner Thomas Huber verrät, welches Gemüse begehrt ist.

Thomas Huber, stellvertretender Leiter der Stadtgärtnerei, schaut im Stadtgarten nach dem Rechten. Die verschiedenen Obst- und Gemüsesorten kann jeder abernten.
von Caroline Keller Kontakt Profil

Es knackt laut, als der Stadtgärtner Thomas Huber in einen Apfel beißt. Diesen hat er aber nicht in einem Supermarkt gekauft, sondern von einem Apfelbaum im Max-Reger-Park nahe des Spielplatzes gepflückt. Er blickt in die Baumkrone, in der noch einige Äpfel hängen, und sagt: "Die sind schon reif, und man kann sie ohne Bedenken pflücken. Sie schmecken sehr süß." Von dem Apfelbaum im Stadtgarten darf sich jeder bedienen. Doch gibt es nicht nur Obst, sondern auch eine Vielfalt an Gemüse und Kräutern.

Den Stadtgarten hat die Stadtgärtnerei 2018 an der Stadtmauer angelegt. "Einmal wollten wir dafür sorgen, dass der verwaiste Ort neben der Stadtmauer attraktiver und ein Treffpunkt für Bürger wird", erklärt Huber, der stellvertretender Leiter der Stadtgärtnerei ist. "Der zweite Grund ist, dass wir mit fünf Hochbeeten der Bevölkerung das Projekt Urban Gardening (städtischer Garten; Anm. d. Red.) näher bringen wollen." Die Menschen in Weiden sollen dadurch den Umgang mit Pflanzen erlernen, und können frisches Obst und Gemüse aus hundertprozentig unbedenklichem Anbau ernten.

Das ist der Stadtgarten in Weiden

"Ziel ist es, dass die Menschen Lebensmittel wieder wertschätzen", erklärt der Stadtgärtner. Mit den Schulen und einigen Kindergärten laufen Projekte, um den Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzen und Erde beizubringen. Vor allem freut er sich darüber, dass es im Garten wenig bis gar keinen Vandalismus gebe.

Bevölkerung darf mitgarteln

Neben Tomaten, Paprika, Buschbohnen, Kohlrabi, Rosenkohl, Zwiebeln, Roter Beete und Salat werden noch einige mehr Gemüsesorten angepflanzt. Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Dill, Maggikraut, Boretsch, Thymian und Rucola dürfen auch nicht fehlen. Diese findet man im Max-Reger-Park in den Hochbeeten. Zwei Gärtnerinnen kümmern sich um das Anpflanzen und um die Pflege der Beete. "Sobald das Gemüse reif ist, können die Bürger es ernten", erklärt der Stadtgärtner und streicht dabei die Blätter einer Rosenkohlpflanze zurück, an der schon einige Früchte hängen. Aktuell bepflanzt die Beete nur die Stadtgärtnerei. "Die Nutzer des Gartens trauen sich wohl nicht selbst zu garteln", vermutet Huber. Wobei sich die Gärtner freuen würden, wenn die Bevölkerung mithelfe. "Wer sich über die Bepflanzung unsicher ist oder zur Fruchtfolge Fragen hat, darf sich jederzeit an die Stadtgärtnerei wenden", versichert der stellvertretende Leiter der Stadtgärtnerei mit einem Lächeln.

SPD-Antrag "Essbare Stadt"

Ein Miteinander im Stadtgarten wünscht sich auch Stadträtin Gabriele Laurich (SPD). Die Weidener SPD-Fraktion hat deswegen den Antrag "Essbare Stadt" gestellt. Demnach wünscht sich die Partei, dass das Angebot des Stadtgartens ausgeweitet und Obstbäume und Gemüsebeete durch Schilder oder Bänder gekennzeichnet werden. Oberpfalz-Medien hat bei der Stadträtin nachgefragt, wie die "essbare Stadt" umgesetzt werden soll. "Es soll nicht gleich die ganze Stadt umgekrempelt werden", sagt Laurich am Telefon. Die Blumenkübel in der Stadt sollten so bepflanzt werden, dass Kräuter zum Beispiel Beiwerk von Zierpflanzen werden. "Schön wäre es dann, wenn sich für die Pflanzkästen Bürger oder gar ein eigener Verein finden würde, die diese mit betreuen." Die Idee kam der Stadträtin, als sie einen Bericht im Fernsehen über die Stadt Andernach (Rheinland-Pfalz) und deren essbaren Garten gesehen hat: "Das ist eine tolle Sache. Da habe ich mir gleich gedacht, das wäre was für Weiden." Laurich selbst gartelt gerne und baut selbst Gemüse an, das sie mit ihren Nachbarn teilt.

Tomaten und Salat begehrt

Aber wie wird das Angebot des Stadtgartens überhaupt angenommen? Thomas Huber erzählt, dass die Weidener sich gut im Stadtgarten bedienen: "Sehr begehrt sind vor allem Tomaten und Salat." Im Vergleich zum Vorjahr wurde aber deutlich weniger geerntet. Das liegt aber laut dem Stadtgärtner an der diesjährigen Witterung: "Es war abwechselnd feucht, nass und warm. Dadurch kam es vermehrt zu Pilzerkrankungen bei den Pflanzen und zu mehr Schnecken in den Beeten." Nichtsdestotrotz können in den nächsten Wochen Rosenkohl, Rote Beete, essbare Zierkürbisse und Grünkohl geerntet werden. Eine Tafel im Garten informiert, wann welches Gemüse geerntet werden kann.

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Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Der Stadtgarten in Weiden

  • 2018 von der Stadtgärtnerei angelegt
  • Nachhaltiges Projekt der Stadt Weiden und für alle Bürger zugänglich
  • Jährliche Kosten für Pflege, Betreuung und Beschaffung der Pflanzen: 6000 Euro
  • Gemüsepflanzen 2021: Tomaten, Paprika, Buschbohnen, Andenbeeren, Kohlrabi, Sellerie, Knollenfenchel, Wirsing, Brokkoli, Rosenkohl, Zwiebeln, Rote Beete, Mangold, Grünkohl, verschiedene Salatsorten, essbare Zierkürbisse, Kartoffeln, Zucchini
  • Kräuter: Dill, Petersilie, Basilikum, Maggikraut, Boretsch, Thymian, Rucola
  • Obst: Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Holunder, Felsenbirnen, Kornelkirsche, Vogelbeere, Erdbeeren

 

 

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