16.09.2021 - 12:47 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Angus-Rinder: Stattlich, aber lammfromm

Yvonne und Thomas Rosner züchten Deutsch-Angus-Rinder. So imposant wie die Tiere wirken, so freundlich sind sie auch. Besonders Bulle "Bartl" besteht auf regelmäßige Streicheleinheiten.

Angusrinder sind immer neugierig.
von Konrad RosnerProfil

Es sind vielleicht nicht ganz die schottischen Highlands, aber die Angus-Rinder von Yvonne und Thomas Rosner leben zweifellos in einer wunderschönen Gegend. Am Horizont hinter der Weide erhebt sich eine der zentralen Sehenswürdigkeiten des Stiftlandes, die Dreifaltigkeitskirche Kappl bei Münchenreuth. Denn Rindern selbst wird die herrliche Aussicht wohl egal sein, sie lieben vielmehr das frische Gras auf der Weide, das sie mit offensichtlichem Genuss verzehren und wiederkäuen.

Bis Herbst auf der Weide

Yvonne und Thomas Rosner züchten seit 1987 Deutsch-Angus-Rinder. Diese Rasse entstand durch Kreuzung anderer Rassen mit dem Aberdeen Angus, das seit 1870 in Schottland gezüchtet wird. Derzeit haben die Rosners rund 60 Rinder auf ihrer acht Hektar großen Weide stehen. Bullen, Mutterkühe und Kälbchen – die Tiere können sich frei bewegen und genießen ihr Leben. Die Tiere sind vom Frühjahr bis zum Herbst auf der Weide. Sie fressen Gras, ohne Kraftfutter-Zusatz. Im Winter kommen die Tiere in den Stall, dort ist frisches Stroh eingestreut. Als Futter gibt es Grassilage.

Neben artgerechtem Futter sei das Wichtigste, so Thomas Rosner, die Liebe zum Tier. Ihm sei der Kontakt zu seinen Tieren wichtig. Jedes Rind bekommt seine Streicheleinheiten – vor allem „Bartl“, der sich mit ausgiebigem Schlecken dafür revanchiert. Die Hosenbeine von Thomas Rosner sind dann immer feucht von „Bartls“ Zunge.

Thomas Rosner legt auch Wert darauf, dass er „nur brave Tiere“ habe. „Störenfriede“ gebe es in seiner Herde nicht – sowohl bei den Bullen als auch bei den Kühen. Aktuell hat er 19 Mutterkühe, 20 Kälbchen und 20 ältere Kälber. Dazu kommt noch sein „Star“, der Bulle „Bartl“, ein stattlicher, aber lieber Koloss. Weil die Bullen – außer „Bartl“ – alle kastriert sind, kann er die männlichen und weiblichen Angus-Rinder gemeinsam auf die Weide lassen.

Hornlose Rasse

Genetisch bedingt, wachsen bei den Angus-Rindern keine Hörner. Die Rasse gilt als „frühreif“ und „leichtkalbig“, wie es in der Fachsprache heißt. Das bedeutet, sie kalben zu 95 Prozent alleine, brauchen keine Hilfe. Nach der Geburt sorgt sich die Mutterkuh rührend um ihr Kalb. Rund neun Monate wird es von der Mutterkuh gesäugt. Aber auch alle andere Kühe – sogar Bulle „Bartl“ – kümmern sich um die Jungtiere, ohne aggressiv zu werden.

Mutterinstinkt und Herdentrieb sind ihre Markenzeichen. „Die Mutterkuhhaltung ist die natürlichste und ursprünglichste Haltungsform für Rinder“, sagt Thomas Rosner. Angus-Rinder, so der Landwirtschaftsmeister, gelten als sehr robust, sind aber dennoch sehr genügsam und pflegeleicht.

Obwohl die Angus-Rinder bei der Kappl das „Paradies auf Erden“ haben, müssen sie wohl oder übel auch mal zur Schlachtbank. Thomas Rosner legt dabei großen Wert auf Stressfreiheit. Die Tiere schlachtet ein Metzger des Vertrauens, der Weg dorthin sei relativ kurz.

Viele halten das Fleisch des Angus für das beste Rindfleisch überhaupt – nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Kein Wunder, dass die Angus-Rinder, eine der beliebtesten Rassen weltweit sind.

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Hintergrund:

Das Angus-Rind

  • Die Rinderrasse Deutsch Angus wurde in den 1950er Jahren in Deutschland gezüchtet.
  • Sie wird vor allem zur Fleischproduktion, aber auch zur Landschaftspflege gehalten.
  • Die Tiere sind einfarbig schwarz oder rot und hornlos.
  • Das Fleisch des Angus-Rinds ist sehr zart, marmoriert und feinfaserig, zudem sehr dunkel.
  • Steak-Esser lieben das Fleisch des Angus aufgrund des besonderen Aromas und Geschmacks.

 

 

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