11.04.2021 - 14:12 Uhr
WaidhausOberpfalz

Unfall auf A 6: Lkw-Fahrer schwerstverletzt, Sattelzug im Regenrückhaltebecken

Großeinsatz der Rettungskräfte am Samstag auf der A 6 bei Waidhaus: Kurz vor der Grenze war ein Sattelzug aus ungeklärten Gründen von der Autobahn abgekommen und in einem Wasserreservoir gelandet. Der Fahrer wurde schwerstverletzt.

von Elisabeth DobmayerProfil

Großeinsatz für die Freiwilligen Feuerwehren Waidhaus, Eslarn und Vohenstrauß. Kurz nach 11 Uhr am Samstag fuhr ein ungarischer Sattelzug auf der Autobahn A 6 in Fahrtrichtung Prag. Etwa 1000 Meter vor der Landesgrenze kam der Fahrer mit seinem schweren Gefährt in einer langgezogenen Linkskurve von der Fahrbahn nach rechts ab. Noch vor dem Leitplankenbeginn befand sich der Sattelzug bereits auf dem breiten Grünstreifen, rammte einen Wegweiser, fällte einen Eichenbaum und durchbrach nach rund 50 Metern den Wildschutzzaun. Allerdings war dort die Fahrt noch nicht zu Ende.

Der Lastwagen überfuhr einen Feldweg und kippte anschließend in ein Regenrückhaltebecken. Dort blieb er auf der rechten Fahrzeugseite im Wasser liegen. Der Fahrer war in seiner Führerkabine eingeklemmt und wurde durch die Helfer der Feuerwehren unter Einsatzleitung des Waidhauser Kommandanten Markus Schwarz durch die eingeschlagene Windschutzscheibe befreit. Nach aktuellen Informationen wurde der Mann schwerstverletzt. Die rechte Spur der Autobahn war während der Unfallaufnahme für den laufenden Verkehr gesperrt.

Unfallursache unbekannt

Warum der Fahrer von der Straße abkam, ermittelt die Autobahnpolizei Weiden. Bisher gibt es nach deren Auskunft noch keine Hinweise auf die Unfallursache. Das Fahrzeug war mit leeren Paletten beladen. Bundespolizeibeamte einer Hundertschaft, die derzeit ihren Kontrolldienst wegen Corona an der Grenze verrichten, waren als erste Helfer an die Unfallstelle gekommen. Einer der Beamten stieg durch das Wasser des Regenrückhaltebeckens in die Fahrerkabine und führte lebensrettende Maßnahmen durch. BRK-Einsatzleiter Marco Rappl dankte den Bundespolizebeamten dafür. Auch Philipp Kraus vom „Helfer vor Ort“-Team aus Waidhaus war als einer der ersten am Unfallort eingetroffen. Der Verletzte wurde durch den Waidhauser Feuerwehrarzt Werner Duschner im BRK-Rettungswagen versorgt.

Insgesamt befanden sich rund 60 Feuerwehrkräfte an der Unfallstelle, wie Kreisbrandrat Marco Saller aus Luhe-Wildenau mitteilte. Zum Einsatz eilten auch Kreisbrandinspektor Martin Weig aus Vohenstrauß und Kreisbrandmeister Matthias Schmidt aus Hagendorf sowie THW-Fachberater Jan Braunreiter aus Weiden.

Mehrstündige Bergung

Hinzugezogen wurde außerdem die Straßenmeisterei aus Vohenstrauß, die sich um die Absperrungs- und Schutzmaßnahmen kümmerten sowie das Wasserwirtschaftsamt aus Weiden. Betriebsstoffe des Fahrzeugs wurde professionell abgepumpt, um einen größeren Umweltschaden zu verhindern. Die schwierige, mehrstündige Bergung des Sattelzugs übernahm die Spezialfirma Balk aus Waidhaus, die unter anderem mit einem Bergefahrzeug anrückte.

Bis gegen 20 Uhr waren die Einsatzkräfte eingebunden. Unter anderem auch die Feuerwehrkameraden der Ortsfeuerwehr. Erst als die Planen des in einem Regenrückhaltebecken verunglückten Sattelzugs geöffnet wurden, entdeckten die Mitarbeiter des Abschleppunternehmens Balk aus Waidhaus die gesamte Ladung. Obwohl zuerst gemeldet wurde, dass sich auf der Ladefläche lediglich leere Paletten befinden sollen, kamen schließlich Teile eines Hochregallagers mit einem Gesamtgewicht von rund 30 Tonnen zum Vorschein. Der schwerverletzte 65-jährige Fahrer konnte dazu nicht mehr vor Ort befragt werden.

Um das Fahrzeug bergen zu können, musste die gesamte Ladefläche freigeräumt werden. Eine Unmenge von Einzelstahlteilen wurden mit Muskelkraft aus dem Unfallfahrzeug in Transportmaschinen und auf Palletten umgeladen. Bis gegen 20 Uhr dauerte der gesamte Bergungsvorgang. Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Weiden bezifferten den Gesamtschaden am LKW auf rund 80 000 Euro. Hinzukommt der Sachschaden am Wildschutzzaun mit rund 1000 Euro sowie die Bergungskosten. Flussmeister Christoph Gollwitzer vom Wasserwirtschaftsamt Weiden sah zu keiner Zeit Gefahr für umliegende fließende Gewässer. Der laufende Verkehr auf der Autobahn war während der gesamten Bergungsarbeiten nur geringfügig beeinträchtigt.

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