19.10.2021 - 13:23 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth klinkt sich in Energienetzwerk ein

Preissteigerungen bei Gas und Erdöl machen die Abhängigkeit von fossiler Energie gerade schmerzlich bewusst. Der Landkreis Tirschenreuth geht jetzt in Richtung regional erzeugter Energie einen weiteren Schritt. Und der ist nicht mal teuer.

Nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Sonnen- und Windenergie spielen eine wichtige Rolle auf dem Weg zu einer karbonfreien Versorgung der Region.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Das Werben bei den Nachbarn hat sich gelohnt. Die interkommunale Gesellschaft "Zukunftsenergie Nordostbayern" (Zenob) mit Sitz in Wunsiedel breitet sich in den Landkreis Tirschenreuth aus. Einstimmig genehmigte der Kreisausschuss den Erwerb eines Anteils, um das umfangreiche Wissen des Energienetzwerkes für eigene Konzepte abrufen zu können.

"Wir wollen damit ein Zeichen setzen, um bei diesem Thema voranzukommen", sagte Landrat Roland Grillmeier in der Sitzung am Montag. Er wertete den Beitritt als Bekenntnis für eine zukunftsfähige Strategie der Energieversorgung. Nun gehe es darum, die Kommunen und Betreiber aus dem Landkreis in das Netzwerk einzubinden und das Know-how der Zenob zu nutzen.

In der September-Sitzung hatte Zenob-Geschäftsführer Marco Krasser dem Kreisausschuss die Vorteile eines Beitritts erläutert. Ziel ist es, den "Wunsiedler Weg" zur Selbstversorgung mit regenerativer Energie auf eine größere Region zu übertragen. Dazu wurde in diesem Jahr die Gesellschaft "Zukunftsenergie Nordostbayern" gegründet. Kommunen wie Wunsiedel, Arzberg und Marktredwitz sind schon mit an Bord. Der Landkreis Wunsiedel möchte ebenfalls beitreten und findet nun im Nachbarlandkreis einen Mitstreiter.

Der Tirschenreuther Kreisausschuss hat beschlossen, einen Zenob-Anteil im Nennwert von 2000 Euro zu erwerben. Damit verbunden ist ein Aufgeld in Höhe von 10.000 Euro zur Stärkung des Eigenkapitals der neuen Energie-GmbH.

Dass der Landkreis auf diesem Gebiet Nachholbedarf hat, klang in der Sitzung an. Hans Klupp (Freie Wähler) bedauerte, dass sich hinsichtlich CO2-neutraler Energieerzeugung nicht mehr tut: "Wir sollten versuchen, stärker in Projekte einzusteigen, auch landkreisübergreifend", sprach er besonders die Wasserstofftechnologie und Forschungen dazu im Landkreis Neustadt/WN an. Der Nachbarlandkreis sei mit der Genossenschaft "Neue Energien West" schon viele Jahre weiter, räumte Grillmeier ein. "Wir machen uns auf den Weg", kommentierte er den eben gefassten Beschluss zum Zenob-Beitritt.

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"Wir wollen damit ein Zeichen setzen."

Landrat Roland Grillmeier

 

 

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