05.12.2021 - 09:59 Uhr
NabburgOberpfalz

Sanierung der Alten Schmiede in Nabburg steht bevor

Jeder ist seines Glückes Schmied: Das Glück der jungen Familie Gleixner-Greif soll die Sanierung der Alten Schmiede in der historischen Altstadt von Nabburg sein. In den Köpfen sind die Pläne schon fast fertig.

Hier wollen sie einmal wohnen: Ines Gleixner-Greif, Benjamin Greif und ihr kleiner Sohn (1). Der dreijährige Bruder war gerade im Kindergarten.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Ines Gleixner-Greif (31) und ihre Ehemann Benjamin Greif (34) haben ziemlich genaue Vorstellungen, wie die Alte Schmiede, die zum kulturhistorischen Inventar des Nabburger Stadtkerns gehört, einmal aussehen soll. Ob sich die Pläne so umsetzen lassen, wird sich erst noch zeigen. "Wir räumen jetzt erstmal aus und dann brauchen wir einen Architekten und einen Statiker, die eine Bestandsaufnahme machen", sagt der künftige Bauherr.

Pächter des Alten Pfarrhofs

Benjamin Greif ist in Nabburg kein Unbekannter. 2019 ist er als Pächter des Hotels Alter Pfarrhof in den Familienbetrieb der Gleixners eingestiegen. Die Alte Schmiede liegt nur etwa 100 Meter entfernt. Künftig will die Familie in direkter Nachbarschaft des Arbeitsplatzes wohnen. Das historische Handwerkerhaus am Oberen Tor soll also wieder als Wohnstätte genutzt, die angebaute Werkstatt dabei mit einbezogen werden.

Die Werkstatt hat es in sich. Wer unter den mächtigen Deckenbalken steht, die eisernen Hämmer, Zangen und Ösen an den Wänden hängen sieht, der fühlt sich tatsächlich zurückversetzt ins Mittelalter. Über hunderte von Jahren wurde hier geschmiedet und gehämmert. Der Vater des Vorbesitzers war noch Staatlich geprüfter Hufbeschläger. "Wir fanden das Objekt schon immer cool", sagt Benjamin Greif. Viele, die auf dem Weg zum Oberen Markt achtlos daran vorbeifahren, haben den Altbau mit dem krummen Dach bislang eher als Schandfleck wahrgenommen.

Zwingerweg erweitern

Die Gleixner-Greifs sind geschichtsbewusst. Ihnen ist schon klar, dass sie mit dem Erwerb und den Plänen für die Alte Schmiede einen Teil des historischen Erbes Nabburgs bewahren. Für die Kommune könnte das unter anderem bedeuten, dass sie ihren Zwingerweg rund um die Altstadt erweitern könnte. Im Bereich der Alten Schmiede ist der Weg durch einen Anbau unterbrochen. "Wir könnten uns vorstellen, dass der Anbau wegkommt, dann könnte der Rundweg weitergeführt werden", erklärt Ines Gleixner-Greif. Zur Schmiede gehörte früher ein mehr als 3000 Quadratmeter großes Grundstück am Hang des Altstadtberges.

Draußen vor der Schmiede ist der Boden gepflastert mit riesigen Steinen, die abgeschliffen sind von den Hufen der Pferde, die hier einst zum Beschlagen angebunden waren: Eines der Details, die das junge Paar unbedingt erhalten will. Die neue Eigentümerin hat eine ganze Reihe solcher Lieblingsecken entdeckt, die für sie den Charme des Anwesens ausmachen: Die Gewölbe, die alten Balken, die Mauernischen. "Alles ist so verwinkelt hier. Ich mag das." Ihrem Ehemann ist es wichtig, möglichst nachhaltig zu bauen. Er möchte auf langlebige Baustoffe aus der Region setzen. "Wir haben keine Eile", sagt er. "Wir wollen viel selber machen und uns bewusst Zeit lassen."

Die Schmiede war noch bis vor fünf Jahren bewohnt. Drüben im Gang des ehemaligen Wohnhauses liegt ein altes Foto herum, das vermutlich den Vor-Vor-Besitzer zeigt. "K. Schönberger" ist dort zu sehen, ein stattlicher Mann mit Werkzeugen eines Schmiedes in der Hand. Das Bild zeigt den Lehrkurs 1925 der Staatlichen Hufbeschlagschule in Nürnberg. Ein Zeugnis der reichen Geschichte des Gebäudes am Oberen Tor, in das bald neues Leben einziehen wird.

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Nabburg
Hintergrund:

Die Alte Schmiede

  • Standort im Innern der Stadtbefestigung gleich neben dem Obertor. Im Mittelalter erste Adresse für Fuhrleute und ihre Pferde.
  • Zweigeschossiges Wohnhaus mit Anbau von Stall und Schmiede aus dem 17. Jahrhundert.
  • Die Außenmauern bestehen zum Teil aus den historischen Stadtmauern.
  • Die Schmiede war bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb. Der Vater des letzten Besitzers war noch Hufschmied.
  • Zur Schmiede gibt es eine alte Sage, wonach ein Pferd sein Hufeisen beim Beschlagen gegen das Obertor geschleudert haben soll. Ein Hufeisen ist dort heute noch zu sehen.

 

 

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