18.09.2020 - 14:32 Uhr
Löschwitz bei KemnathOberpfalz

Abenteuer auf der Alm: Theresa Frank erzählt von ihrer Tätigkeit als freiwillige Helferin

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17 Tage verbrachte Theresa Frank auf der "Filz'nalm" bei Mayrhofen in Österreich. Dort hatte sie als freiwillige Helferin ordentlich zu tun. Obwohl es wenig Freizeit gab, hat die Erfahrung der 26-Jährigen trotzdem viel Spaß gemacht.

Im Sommer war Theresa Frank für zweieinhalb Wochen auf der "Filz'nal"' im Zillertal. Ein Erlebnis, das sie jederzeit wiederholen würde.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Theresa Frank aus Löschwitz bei Kemnath verbrachte den größten Teil ihres diesjährigen Jahresurlaubs auf der "Filz'nalm" im Zillertal. "Ich wollte das schon immer mal machen, und harte Arbeit macht mir nichts aus", sagt sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Diesen Sommer wollte sie die Gelegenheit nutzen und das verwirklichen, von dem sie schon lange sprach. Über das Internet stieß die 26-Jährige, die normalerweise täglich im Büro arbeitet, zufällig auf die Webseite des Maschinenrings. "Über ein Formular konnte man sich dort als freiwilliger Helfer bewerben."

Die Verantwortlichen schickten Theresa gegen Ende Februar per Mail zwei Betriebe zur Auswahl. "Das war alles toll organisiert. Über den Maschinenring wurde ich auch versichert." Im Anhang gab es eine Packliste und Hinweise zum Vorhaben. Die junge Frau entschied sich für die Alm bei Mayrhofen in Österreich. "Dort gab es viele Tiere und ich wollte Leute bewirten." Im Vorfeld hatte Theresa mit der Wirtin Alexandra telefoniert, die ihr den Tagesablauf erklärte und sie darauf hinwies unbedingt Gummistiefel mitzubringen. Zunächst hatte Theresa Angst, dass ihr Besuch auf der Alm wegen der Corona-Pandemie ausfallen muss. Doch durch die Lockerungen in Bayern und Österreich hatte sie freie Fahrt. "In Österreich waren die Regeln gar nicht so streng." Lediglich in der Bergbahn musste ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Ankunft auf dem Berg

Kost und Logis wurden gestellt. "Hin- und Rückweg musste ich selbst organisieren." 17 Tage war Theresa auf der "Filz'nalm". "Mayrhofen liegt bei etwa 600 Metern und die Alm bei rund 2000 Metern." Ihre Ankunft auf dem Berg wurde zunächst mit schlechtem Wetter und kalten 5 Grad begleitet. "Ich hatte zwei Rucksäcke dabei und viele verschiedene Schuhe, da ich nicht genau wusste, was mich erwartet." Auch ein Buch hatte sie eingepackt. "Zum Lesen bin ich aber gar nicht gekommen."

Großmutter Hilde hat am Morgen immer die Kühe gemolken. Und ich habe die Milch zur Hütte für die Weiterverarbeitung und zum Verkauf gefahren.

Theresa Frank

Schon am ersten Tag ging es mit der Arbeit los. "Ich wurde gleich voll eingebunden. Die Kühe mussten von der Weide in den Stall gebracht werden." Nach einer kurzen Einweisung versuchte Theresa ihr Glück. "Ich hatte schon Respekt vor den Tieren." Zunächst habe sie bei einer Kuh angefangen und ihr auf den Hintern geklopft. "Dazu haben wir geklatscht und 'Hopp-Hopp' oder 'Gema-Gema' gesagt." Doch bei ihrem ersten Mal lief die Herde in die falsche Richtung und rannte in eine Baustelle. "Alexandra hat mir geholfen. Die Kühe kannten mich zu dem Zeitpunkt noch nicht, später hat es besser funktioniert."

Butter und Joghurt selber machen

Morgens und abends ging es für Theresa mit einem Allrad-Fahrzeug zum Stall. "Großmutter Hilde hat am Morgen immer die Kühe gemolken. Und ich habe die Milch zur Hütte für die Weiterverarbeitung und zum Verkauf gefahren." In der Regel waren das rund 40 Liter Milch. Daraus wurden Butter, Buttermilch und Joghurt gemacht. "Ich wusste vorher nicht wie das geht. Das war echt cool." Gegen halb elf am Vormittag kamen die ersten Wanderer, um auf der Alm zu rasten. Bis 17 Uhr reichte Theresa kleinere Brotzeiten über das Selbstbedienungsfenster an Besucher weiter. "Es war trotz Corona viel los." So kamen viele Österreicher, Holländer und Deutsche auf den Berg. Nach dem Verkauf wurde aufgeräumt, der Ziegenstall ausgemistet oder etwas repariert. Theresas Unterkunft befand sich über dem Stall der Hängebauchschweine. "Die habe ich immer schnarchen gehört."

An einem Tag, kurz bevor ihr Abenteuer auf der Alm endete, bekam Theresa für vier Stunden frei. "Als ich mit der Bahn unten wieder ankam, fühlte es sich an wie in einer anderen Welt." Obwohl beides nur zehn Minuten voneinander entfernt ist, musste sich Theresa erst wieder an die Menschen und das geschäftige Leben gewöhnen. Nach zweieinhalb Wochen hatte es die 26-Jährige geschafft. "Ich würde es aber jederzeit wieder machen und kann es anderen nur weiter empfehlen."

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