02.05.2021 - 11:07 Uhr
GleiritschOberpfalz

Gleiritscher Walpurgisnacht im Coronamodus

Brauchtum zur Walpurgisnacht und Maibaumaufstellen leben in Gleiritsch trotz Corona weiter, wenn auch in abgeschwächter Form. Zweiter Bürgermeister Hans Zeus freut sich über ein weiteres „Steigerl“ für seine Tätigkeit.

von Alois KöpplProfil

Die Gleiritscher Maibaumtradition reicht schon in die 1950er Jahre zurück. Damals stand der Baum noch am Gleiritscher Dorfplatz, im Folgejahr in Bernhof beim Wirtshaus Zengerbauer oder in Lampenricht beim Gasthaus Bayerl. Das Brauchtum schlief allmählich ein, bis es die Gleiritscher Landjugend zu neuem Leben erweckte. Seit Jahren ziert ein Maibaum regelmäßig den Platz beim Haus der Vereine. Da diese Aktion heuer Corona bedingt wieder nicht möglich war, sprangen die "Walperer" in die Bresche und platzierten "ihren Maibaum" in der Nacht flugs vor dem Dorfladen. Ob es an der Manneskraft zum Aufstellen fehlte, da das Objekt im Maßstab 1:10 ausfiel, konnte nicht ermittelt werden.

Zweiter Bürgermeister voll dabei

Auch zweiter Bürgermeister Hans Zeus freut sich über das lebendige Brauchtum in der Kommune, da auch er, wie schon im letzten Jahr, mit einem "Steigerl" bedacht wurde. "Jedes Steigerl ist eine Bestätigung meiner Tätigkeit", so Zeus. Er führt damit das Gleiritscher "Gemeinderatssteigerlranking" an. Seine Begeisterung für das geplante Dorfcafé hält sich ja bekanntlich in Grenzen und schon hat er in der "Walpernacht" einen gekalkten Schriftzug auf die Straße vor seinem Haus bekommen.

Er findet die Bewahrung des regionalen Brauchtums wichtig, sofern die Regeln eingehalten werden. Seiner Meinung nach sind hier auch die Eltern in der Pflicht, ihren Nachwuchs über den eigentlichen Sinn der "Walpernacht" aufzuklären. Augenzwinkernd meint er, dass "bis zur nächsten Walpurgisnacht noch viel Zeit für den Schreiber ist, um an seiner Rechtschreibung zu arbeiten", und er fügt hinzu, dass er sich "auf das Steigerl im kommenden Jahr" freue.

Wie der zweite Bürgermeister der Zeitung verriet, hat er früher auch "gewalpert" und das eine oder andere "Steigerl" gesät oder eins gesät bekommen.

Auch in Winklarn steht nun ein Maibaum

Winklarn

"Jedes Steigerl ist eine Bestätigung meiner Tätigkeit."

Gleiritschs Zweiter Bürgermeister Hans Zeus

Info:

Mehr über das Brauchtum in der Region

  • Die heilige Walburga gilt als Schutzheilige gegen allerlei Krankheiten, wie Husten oder Pest, wahrscheinlich momentan auch gegen Corona.
  • Seit langem ist die „Walpernacht“ vom 30. April auf den 1. Mai auch Hexennacht.
  • Die Bräuche sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Meist werden Gegenstände wie Gartentüren, Sitzbänke und dergleichen am Dorfplatz zusammengetragen, wo sie dann der Besitzer wieder abholen kann.
  • Auch das „Steigerlsäen“ hat in dieser Nacht eine lange Tradition. So werden etwa neue Liebschaften publik gemacht.
  • Da allerdings nicht jeder „Walperer“ den wahren Sinn und Zweck des Brauchtums kennt oder zu verstehen scheint, muss manchmal sogar die Polizei vor Vandalismus warnen. Jetzt in Coronazeiten läuft es ruhiger ab als es in den vergangenen Jahren der Fall war.

 

 

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