09.04.2021 - 19:00 Uhr
BruckOberpfalz

Lichtspiele im Einsiedler Forst: Wanderung auf der zehnten Etappe des Goldsteigs

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Dieser Abschnitt der Südroute ist eine Waldetappe. Das ist wenig überraschend, führt sie doch durch den Einsiedler Forst. Und zu guter Letzt wird der Wanderer auch noch dem Goldsteig untreu.

Majestätisch thront das Kloster Reichenbach mit der sehenswerten Basilika über dem Regental.
von Irma Held Kontakt Profil

Beim Start am Mappacher Bauernmuseum liegt der Wald noch in der Ferne. Die ersten Schritte dieser 15 Kilometer langen Etappe, die mit geringfügigen An- und Abstiegen auskommt, führen an ein paar Häusern vorbei zunächst in die freie, sanft hügelige Flur. Kurz hinter Mappach lockt Wackers Gartenparadies zu einem Abweg. Unzählige Arbeiten aus Cortenstahl lenken vom eigentlichen Ziel ab. Das macht aber nichts, weil die Route leicht zu bewältigen ist. Die Zeit drängt nicht.

Das gilt auch für den Weg durch den Einsiedler Forst mit seinen Licht- und Schattenseiten. Von Monotonie keine Spur. Sonnenstrahlen machen sich Boden, Bäume und Blätter zunutze, um mit ihnen ihre Lichtspiele zu treiben - mal goldiger glänzend, mal düster gezeichnet. Das Farbenspektrum variiert auch von Jahreszeit zu Jahreszeit. Farne, Moose, Beeren und im Herbst Pilze, tun ihr Übriges diese angenehme Kulisse zu füllen.

Die gepflegte St. Magdalenenkapelle ist ein stiller, abgeschiedener Ort, den der Wanderer bei einer kurzen Rast auf sich wirken lassen sollte. Früher ein beliebtes Ausflugsziel für Familien ist das nicht weit entfernte Waldhaus Einsiedel verwaist. Die Wildgehege sind leer. Was bleibt, ist der Waldlehrpfad. Gibt der Wald nach ein paar weiteren Kilometern den Blick frei, beeindruckt die imposante Anlage des Klosters Reichenbach hoch über dem Regenfluss. Ein Besuch der Klosterkirche ist aller Mühen wert. Mühen deshalb, weil nach der bisher sanften Tour der steilste Anstieg dieser Etappe vor einem liegt.

Video

Nach der Klosterbesichtigung verlässt der Wanderer den Goldsteig und geht den Regen entlang zwei Kilometer weiter nach Walderbach. Auch hier steht ein Kloster, in dem wie in Reichenbach die Barmherzigen Brüder eine Wohn- und Förderstätte für Menschen mit Behinderung betreiben. Dieses Abtrünnigwerden vom Goldsteig ist gezwungenermaßen unausweichlich. Walderbach hat eine Infrastruktur, die es in Reichenbach weniger ausgebaut oder gar nicht gibt: Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und eine bessere Anbindung an den Personennahverkehr.

Wanderkarte der zehnten Goldsteig-Etappe

Alle bisher veröffentlichten Teile unserer Goldsteig-Serie finden Sie hier

Weiden in der Oberpfalz

Die Internetseite des Goldsteigs mit GPS-Daten fürs Wander-Navi zum Herunterladen

Service:

Goldsteig-Etappe S10: Mappach–Walderbach

  • Daten: Länge 15 km; Dauer rund 4:00 Std.; 157 Höhenmeter; höchster Punkt 492 m.
  • An-/Abreise: Aus Amberg und Weiden auf der B 85 Richtung Cham. Beim Mappacher Heimatmuseum parken. Rückfahrt von Walderbach nach Mappach mit dem RBO-Bus, wobei in Nittenau oder Roding umgestiegen werden muss.
  • Einkehr (coronabedingte Einschränkungen beachten!): An der B 85 in Mappach liegt der Mappacher Hof. In Reichenbach bietet sich die Klosterschänke an. In Walderbach gibt es verschiedene Gaststätten und Cafés.
  • Besonders sehenswert: Die Klosteranlage Reichenbach ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Gegend. Die Benediktinerkirche aus dem 12. Jahrhundert wurde in der Gotik verändert. Um 1750 wurde sie im Inneren barockisiert. Ein Waldlehrpfad im Einsiedler Forst informiert über Baum-, Tier und Pflanzenarten.
  • Auskünfte: Tourismusverband Ostbayern, Im Gewerbepark D 04, 93059 Regensburg, Telefon: 0941/58539-0, E-Mail: info[at]ostbayern-tourismus[dot]de, Internet: www.ostbayern-tourismus.de

 

 

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