24.02.2021 - 10:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Freiwillige sollen Personal in Pflege und Medizin unter Arme greifen

Das Gesundheitsministerium sucht Freiwillige, die sich in Krankenhäusern und in der Pflege engagieren wollen. Etwa für Schnelltests oder um Essen zu verteilen. Wo Ungelernte in der Region Amberg-Sulzbach helfen können, ist noch nicht klar.

Im Caritasheim St. Barbara in Sulzbach-Rosenberg hat die Bundeswehr bereits in einer Notlage ausgeholfen. Oberstabsgefreiter Jeremy Reed nahm sich damals Zeit, um Bewohnern beim Mittagessen Gesellschaft zu leisten.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Der Ausbruch des Coronavirus ist vor allem dann dramatisch, wenn es in Einrichtungen wütet, wo sich ältere Menschen oder Schwache besonders nah kommen. In Pflegeheimen, in Krankenhäusern. Seit Monaten setzt sich dort das Personal nicht nur dem Risiko einer Ansteckung aus, sondern schiebt auch unzählige Überstunden. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) rief daher in einer Kampagne auf, dass sich Freiwillige melden sollten, um dem Personal unter die Arme zu greifen.

Im Caritashaus St. Barbara in Sulzbach-Rosenberg waren bereits Soldaten im Einsatz

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Die Freiwilligen könnten sich etwa melden, um Schnelltests in stationären Pflegeeinrichtungen auszuführen. "Mit den zusätzlichen Kräften sollen Personal sowie Besucher getestet werden, um Besuche zu ermöglichen und Infektionen vorzubeugen. Neben Personen aus medizinischen, pflegerischen und sonstigen Heilberufen oder mit einer sozialen Ausbildung können sich auch geeignete Personen ohne medizinische Vorbildung melden", heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamts Amberg-Sulzbach. Landrat Richard Reisinger findet die Idee nämlich gut und erklärt in dem Schreiben: „Ich weiß um den Kraftakt, der tagtäglich von den Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern im Amberg-Sulzbacher Land bewältigt wird.“

Einsatz nach Bedarf

Zudem könnten die Freiwilligen, ähnlich wie die helfenden Hände der Bundeswehr, bei der Essensausgabe tätig werden, heißt es weiter aus dem Landratsamt zur Stellenbeschreibung, worauf sich Freiwillige bei einer Bewerbung überhaupt einließen. "Interessensbekundungen von Einrichtungen gibt es. Der Einsatz der Freiwilligen richtet sich aber nach dem Bedarf der Einrichtungen vor Ort und den persönlichen Möglichkeiten der Menschen", erklärt Sprecherin Christine Hollederer auf Nachfrage. "Dazu können wir aktuell noch keine Aussage treffen."

Im Klinikum St. Marien in Amberg habe man "in dieser Richtung aktuell keinen Bedarf und suchen keine Freiwilligen", erklärt Klinik-Sprecherin Sandra Dietl. Im Caritas-Marienheim hält man die Idee grundsätzlich für gut, auch wenn Heimleiter Wolfgang Rattai zunächst noch nichts von der Aktion weiß. "Hilfe ist immer willkommen - auch außerhalb der Coronapandemie", sagt er. Er gibt aber auch zu bedenken: "Freiwillige können nur eine Ergänzung sein im Alltag, sie können nicht das Personal ersetzen. Etwa bei einem akuten Ausbruchsgeschehen sind Freiwillige eher ungeeignet."

Noch keine Rückmeldung

"Freiwillige bei Testungen einzusetzen, sehen wir kritisch", sagt Rattai. "Wir halten derzeit Fachpersonal zur Testung der Mitarbeiter und Bewohner für erforderlich. Auch ist der Einsatz von Personal von außen zur Testung organisatorisch aufwendiger, wie wenn eigene Kräfte sie machen." Der Amberger Heimleiter schlägt stattdessen vor, dass freiwillige Ungelernte mit den Bewohnern in der frischen Luft spazieren gehen könnten.

Der 63-jährige Josef Auer zum Beispiel hatte sich schon vor einigen Wochen unter der Telefonnummer der Bundesagentur für Arbeit (siehe Infokasten) als Freiwilliger für Amberg registrieren lassen. "Gemeldet hat sich keiner bisher bei mir", sagt er. Er würde sich für alle Tätigkeiten anbieten. "Ich hab' Zeit." Auch für Testungen stelle er sich zur Verfügung. Nun warte er weiter ab.

Hilfe in der Coronapandemie kann sehr vielfältig sein

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Service:

Wohin wenden?

Die Bundesagentur für Arbeit hat eine Hotline geschaltet, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter der 0800 4 5555 32 (gebührenfrei) erreichbar ist.

Darüber hinaus können sich Menschen mit medizinischer oder pflegerischer Ausbildung oder Erfahrung in einem pflegerischen Beruf, insbesondere auch Menschen mit Dienstleistungs- und Hygieneerfahrung, beim Pflegepool Bayern der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) melden. Diese Poolkräfte können laut Mitteilung unter anderem für die soziale Betreuung, Servicetätigkeiten oder die Durchführung von Schnelltests eingesetzt werden. Eine Anmeldung hier ist online unter www.pflegepool-bayern.de möglich.

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